Der Begriff der Logistik entstand vermutlich aus dem altgriechischen Wort "Logistike", das übersetzt so viel wie "praktische Rechenkunst" bedeutet. Die Geschichte der Logistik selbst geht bis weit zu den Ägyptern zurück. Bereits vor über 5.000 Jahren vollbrachte dieses Volk beim Bau der ägyptischen Pyramiden Höchstleistungen. So wurde für die Anlieferung der teilweise über 50 Tonnen schweren Steinblöcke für den Bau der Cheopspyramide ein eigener Hafen angelegt. Aber auch heute ranken sich noch Geheimnisse und Mythen um die damalige Logistik – wie eine derartige Präzision mit den Hebe- und Transportwerkzeugen um das Jahr 2650 v. Chr. erreicht werden konnte, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Im Imperium Romanum bezeichnete der Titel "Logistika" jene römische Beamten, welche die staatlichen Einnahmen und Ausgaben verwalteten.

Damals
 
Im 12. Jahrhundert errichteten die Hanseaten mithilfe von Logistik einen von Hamburg ausgehenden Handelsknotenpunkt. Von dem im Jahr 1188 gegründeten Nordsee-Stützpunkt reichte der Handel vom Schwarzen Meer bis zum Reval. Aus heutiger Sicht erscheint dieser grenzenlose Austausch von Waren wie ein historischer Vorläufer der Europäischen Union.

Auch für die Geschichte der Post spielt die Logistik eine wichtige Rolle. Gegen 1500 beauftragte der Habsburger Kaiser Maximilian Franz von Taxis mit der Auslieferung der Reichspost innerhalb des Heiligen Römischen Reichs. Aus dieser Aufforderung entstand der erste Postdienst mit festgelegten Laufzeiten und genauen Postwegen, zum Beispiel von Brüssel über Wien nach Venedig oder die Linie von Köln über Nürnberg nach Prag. Die Post gelangte trotz der damals schlechten Infrastruktur beinahe verzögerungsfrei an ihren Zielort, und das Adelsgeschlecht Thurn und Taxis war ab 1615 Reichserbgeneralpostmeister.

Eine weitere wichtige Entwicklungsgrundlage für die Logistik war und ist das Militär. Um 1830 verfasste der preußische Stratege Carl von Clausewitz vier Möglichkeiten, um die Verpflegung und Versorgung von Soldaten sicherzustellen. Eine davon wird als "Unterhalt aus Magazinen" bezeichnet. Das Magazinsystem beruht darauf, dass das Militär schon vorausschauend – im besten Fall zu Friedenszeiten – die notwendigen Depots mit Waren bildet, um im Kriegsfall für eine bestimmte Zeit unabhängig operieren zu können. Die Verantwortung der Bevorratung liegt bei Beamten, die anhand von Schätzungen und planerischen Vorausberechnungen die notwendigen Anschaffungen beziffern.

Ein weiterer Schritt in die eigenständige Logistik entstand mit der bewussten Trennung von bewaffneten Truppen und separaten Einheiten, die sich ausschließlich mit der Planung und Durchführung der Logistik beschäftigen – dem Tross.

Auch der Ausbau der Transportinfrastruktur hatte häufig logistische Gründe zur Basis. Die römischen Straßen, das napoleonische Chausseenetz und sogar unsere heutigen Autobahnen entstanden vor allem zur Verbesserung und Beschleunigung der Nachschubwege zwischen den im Land verteilten Kasernen.

Großartige Logistiklösungen waren immer wieder die Grundlage für den Schritt in eine neue geschichtliche und wirtschaftliche Ära und entwickeln sich mit der stetig wachsenden Globalisierung weiter. So wie sich auch die logistischen Möglichkeiten mit den Jahren verändert haben, hat sich auch der Begriff weiterentwickelt und bezeichnet in der modernen Definition vor allem Material- und Informationsprozesse, die der Optimierung der Raumüberwindung und Zeitersparnis sowie der Minimierung der Lagerhaltung dienen.
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