Im April 2009 wurden drei zusätzliche Dialyseplätze eingerichtet – Nierenersatztherapie für 18 Menschen. Mit dieser Erweiterung war das erste große Projekt aus dem vom NÖ Landtag beschlossenen Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Infrastruktur am jetzigen Krankenhausstandort abgeschlossen. Über 29 Millionen Euro wurden investiert, um in Wiener Neustadt eine erstklassige medizinische Versorgung sicherzustellen.

Im Sommer wurde der Spitalspark neugestaltet, eine wichtige Grünoase für die Patienten. Gemeinsam mit einem professionellen Gartengestalter und unter Einbeziehung der Anrainer wurden heimische Sträucher gepflanzt. Im Herbst war Dr. Rudolf Pelz, damaliger Oberarzt an der Augenabteilung im Landesklinikum, am Cover der ersten Ausgabe von Gesund&Leben Intern, dem Mitarbeiter-Magazin der NÖ Landeskliniken-Holding mit einer Auflage von etwa 22.000 Stück. Pelz hatte sich für das Projekt "Augenblicke – Eyecare 4 Ghana" eingesetzt, war mehrmals dort, hatte tausende Menschen kostenlos untersucht und zahllose Menschen per Katarakt-Operation vom grauen Star befreit.

In den letzten Jahren hat sich mit den Herzkatheter-Zentren Wiener Neustadt, Mödling und Eisenstadt ein Netzwerk zur Therapie des akuten Herzinfarkts in der Region etabliert. Der Leiter der Abteilung für Anästhesie, Notfall- und Allgemeine Intensivmedizin am Landesklinikum Wiener Neustadt, Primar Dr. Helmut Trimmel, lud zum Thema "Aktuelle Therapiestrategien beim Myokardinfarkt" ins Stadtmuseum Wiener Neustadt. Spezialisten aus Wien und Niederösterreich referierten über die neuesten Erkenntnisse und Therapiemöglichkeiten. Trimmel erläutert: "In Niederösterreich wurde in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, die eine bestmögliche Patientenbetreuung möglich machen. Sowohl die präklinische Versorgung durch Notärzte als auch besonders die Schaffung von Herzkatheter-Zentren in der Region stellen eine zukunftsweisende Struktur dar. Die Veranstaltung dient als Plattform, um auch in den nächsten Jahren durch stetige Weiterentwicklungen dieses hohe Niveau zu halten und auszubauen." Im Herbst startete ein Projekt mit einem international anerkannten Küchenexperten zur Qualitätssicherung. Das Ziel: eine verantwortungsvolle, nachhaltige und ernährungsphysiologisch wertvolle Speisenversorgung zu sichern. Die Kessel-Methode der Firma Gastromed wurde gemeinsam mit der NFM zur Bewertung der Verbesserungspotentiale eingesetzt. Küchenleiter Peter Strauch sagte: "Wir müssen alle ernährungsmedizinischen Erkenntnisse und Neuerungen so umsetzen, dass den Erwartungen und Bedürfnissen der Essensteilnehmer Rechnung getragen wird. Wir geben täglich circa 1.500 Mittagessen an Personen im Alter von ein bis 90 Jahren aus."



Bei der Eröffnung des internationalen Augenkongresses 2009: (v.l.) Prim. Dr. Erwin Wodak (Leiter der Augenabteilung am Landesklinikum Wiener Neustadt), NR Johann Rädler, Dr. Irmgard Gruber, OA Dr. Rudolf Pelz, CSA Vorsitzende Univ.-Prof. Dr. Andrea Langmann, Regionalmanager DI Alfred Zens, MBA, Pflegedirektorin Dr. Evelyn Fürtinger, MAS, stv. Medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding Dr. Markus Klamminger, der damalige Kaufmännische Direktor Mag. Herbert Schnötzinger und der Ärztliche Direktor i. R. und ehemaliger Leiter der Augenabteilung Prim. Dr. Willhelm Pinkernell

Internationaler Augenkongress

Im Oktober 2009 tagte das 43. Symposium des CSA (Consilium Strabologicum Austriacum) in Wiener Neustadt. Mehr als 300 Augenexperten aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Großbritannien und den USA trafen zum zweitägigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zusammen. Unter der Leitung von OA Dr. Rudolf Pelz wurde in Fachvorträgen über unterschiedliche Augenerkrankungen referiert und diskutiert: "Wir konnten alle bedeutenden Spezialisten der betroffenen Fachgebiete für die wissenschaftliche Gestaltung dieses Symposiums gewinnen", freut sich Pelz. Das CSA ist eine Teilorganisation der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft, sie ist die größte Augenärztevereinigung des Landes.


Eröffnung der Augentagesklinik

Die Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie versorgt ein Einzugsgebiet von 700.000 Einwohnern, führt jährlich mehr als 7.000 operative und 31.500 ambulante Behandlungen durch. Nach St. Pölten ist sie die zweitgrößte Augenabteilung in Niederösterreich. Im Oktober 2009 wurde mit der formalen Eröffnung der Augentagesklinik ein weiterer Schritt getan, um den Krankenhausaufenthalt für die Patienten so angenehm und komfortabel wie möglich zu gestalten. Alleine im ersten Halbjahr 2009 stieg die Patientenzahl um 30 Prozent.

Interdisziplinäre Schmerzkonferenz

2009 wurde im Landesklinikum Wiener Neustadt eine interdisziplinäre Schmerzkonferenz etabliert. Denn chronische Schmerzen verändern Körper und Geist, der Alltag wird mitunter zum Horror für die Betroffenen. Ein Teufelskreis aus mangelnder Bewegung und Depression droht. Die interdisziplinäre Schmerzkonferenz setzt hier an: Vertreter aus den Teilbereichen Neurologie, Neurochirurgie, Anästhesie, Radiologie, Klinische Psychologie und Physikalische Medizin beraten fächerübergreifend an einem Tisch über neue Therapieansätze. Prim. Dr. Angelika Karner-Nechvile, MSc, MBA Leiterin des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation und treibende Kraft hinter dem Projekt, hat so alle Vertreter an einem Tisch beisammen: "Der behandelnde Arzt stellt den Fall dar und die Kollegen bringen neue Vorschläge ihrer Fachdisziplin ein. Zusammen erstellen wir ein Behandlungskonzept, um den Schmerz zu lindern oder zu heilen." Das schütze auch vor der Einnahme zu vieler nicht aufeinander abgestimmter Medikamente.



Anstaltsapothekerin Mag. Gabriele Schrammel präsentierte im Gesund&Leben 01/2009 ihr Tätigkeitsfeld.

Anstaltsapotheke Wiener Neustadt in Zahlen
- 1955: Eröffnungsjahr
- 60.000 Medikamenten-Zubereitungen pro Jahr vor Ort hergestellt
- 4.000 Artikel im Sortiment
- 1.300 m² Fläche
- 880 täglich zu versorgende Betten
- 100 zu versorgende Stationen, Institute und Ambulanzen
- 3,5 Mio. umgesetzte Einheiten pro Jahr


Hohe Qualität in allen Bereichen

Die Leiterin der Anstaltsapotheke, Mag. Gabriele Schrammel, präsentierte in Gesund&Leben 01/2009 den Beruf einer Krankenhaus-Apothekerin. Als Aufgaben einer Klinik-Apotheke nannte sie: Bereitstellen hochwertiger Arzneimittel, Diagnostika, Spezialverbände, Diätetika und Desinfektionsmittel bedarfsgerecht und kosteneffizient zur Verfügung stellen, Herstellen von individuellen Arzneimitteln wie etwa aseptische Arzneimittel (z. B. Augentropfen, Nasentropfen), Präparate für Neugeborene und Kinder, patientenbezogene Salben- und Teemischungen, Laborreagenzien und Zytostatika (Krebs-Medikamente), Information bei Fragen zu Arzneimitteln im klinischen Alltag. Mit einer umfangreichen Literatursammlung sowie verschiedenen Datenbanken können neue Arzneimittel beurteilt und Kostenvergleiche verschiedener Therapieformen erstellt werden. Eine zentrale Aufgabe ist auch die Überwachung der Arzneimittelsicherheit. Weiters interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegekräften, Diätologen, Therapeuten etc. in verschiedenen Teams und Arbeitskreisen, Unterrichten an den Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege sowie an Akademien und Ausbildungsstätten für Gesundheitsberufe, Fort- und Weiterbildung für Turnusärzte und Pflegepersonal sowie die Mitarbeit in den Arzneimittelkommissionen der Kliniken.


Das Küchenteam im Landesklinikum Wiener Neustadt


Prim. Univ.-Doz. Dr. Robert Müllegger, Vorstand der Abteilung Dermatologie am Landesklinikum Wiener Neustadt, wurde auf der gemeinsamen Jahrestagung der Österreichischen und der Schweizer Wundheilungsgesellschaften in Zürich zum neuen Präsidenten der Austrian Wound Association (AWA) gewählt, der österreichischen Dachgesellschaft aller mit Wundheilung befassten Organisationen. In dieser Funktion richtete Müllegger mit seinem Oberarzt Dr. Stefan Scholz am 9. und 10. April 2010 die Jahrestagung der Gesellschaft aus.


Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger (l.) mit Prim. Dr. Erwin Wodak (r.) und dessen Team in der neuen Augentagesklinik


In der Kinderbetreuungs-einrichtung "Calimero" im Landesklinikum Wiener Neustadt eröffneten die damalige Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner und Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger die 4. Gruppe. Sie bietet Platz für 15 zusätzliche Kinder.