Eigene Betriebsfeuerwehr für das Krankenhaus

Die hauseigene Betriebsfeuerwehr wurde am 11. März 1997 auf eine Initiative von Ing. Herbert Schanda, damals Kommandant der FF Wiener Neustadt, mit 36 Mitgliedern gegründet. Der damalige Name: "Betriebsfeuerwehr a. ö. KH Wiener Neustadt".  Die Mitglieder waren alle im Krankenhaus in anderen Berufen tätig und sozusagen nebenberuflich Feuerwehrleute. Sie wurde im Jänner 2008 mit der Übernahme der Rechtsträgerschaft auf "Betriebsfeuerwehr Landesklinikum Wiener Neustadt" umbenannt. Dezeit sind neun Männer und Frauen hauptberufliche Feuerwehrleute, 31 neben­beruflich. Sie arbeiten eng  mit der FF Wiener Neustadt zusammen, besonders in den Fachgebieten Atemschutz und Schadstoffdienst.

Besonders erwähnenswert sind die beiden Dehnfugenbrände beim Umbau der Intensivstation. Durch das Arbeiten von Fremdfirmen ausgelöst, kam es am 17. März und am 6. April 2005 zu einem Brand, der sich über mehrere Stockwerke erstreckte. Bei diesen beiden Einsätzen war die Betriebsfeuerwehr mit insgesamt 37 Mitgliedern in Aktion. Dabei wurden 456 Einsatzstunden geleistet. 7.500 Liter flüssiger Stickstoff waren notwendig, um den Brand zu bekämpfen. Schwierig war vor allem die Evakuierung der nicht gehfähigen Patienten in andere Abteilungen. Heute gibt es regelmäßig Evakuierungsübungen, bei denen auch die Betriebsfeuerwehr trainiert.

Radioonkologie versorgt 750.000 Einwohner

1998 eröffnete nach dreijähriger Bauzeit die Radioonkologie und Strahlentherapie: Auf 4.000 m2 Grundfläche entstand die 450 Millionen Schilling teure große, helle, lichtdurchflutete und freundliche Station. Damit war der Grundstein für die radioonkologische Versorgung von etwa 750.000 Einwohnern des südlichen Niederösterreichs und des mittleren Burgenlandes gelegt. Ärzte, Medizinphysiker, Radiologie-Techniker und Pflegepersonal arbeiten hier mit großem Idealismus. Zu Beginn wechselte ein kompletter Jahrgang der Radiotechnologie-Austria-Schule mit einer Lehrkraft direkt auf die Abteilung. Vier Physikerinnen und Physiker von der Grazer Uni-Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie fanden direkt nach ihrem Diplom hier ihren Platz.

Im Februar 2006 wurde die Abteilung für Dermatologie gegründet – sie versorgt gemeinsam mit der in St. Pölten ganz Niederösterreich.

Die neurochirurgische Abteilung Wiener Neustadt ist die letzte in Österreich neugegründete Abteilung für Neurochirurgie. Bund und Land hatten schon viele Jahre eine zweite Abteilung dieser Art in Niederösterreich geplant, bis sie im März 2006 endlich eröffnet wurde. Untergebracht ist sie in einer neu geschaffenen 30-Bettenstation im fünften Stockwerk des Hochtrakts (Ostseite).

Die NÖ Landeskliniken-Holding entsteht

Nach der Jahrtausendwende sind die Kosten für die medizinische Versorgung durch die ständige Weiterentwicklung der medizinischen Möglichkeiten so stark gestiegen, dass es für die Gemeinden in Niederösterreich immer schwieriger wird, den stetig höher werdenden Abgang zu finanzieren. Immer häufiger hört man im Zuge der Diskussionen den Ruf nach Hilfe durch das Land Niederösterreich. Schließlich macht das Land den Gemeinden das Angebot, die Rechtsträgerschaft und die Abgangsdeckung zu übernehmen. Das Land Niederösterreich ist bereits Rechtsträger der Krankenhäuser Mödling-Hinterbrühl, Mauer, Hochegg und Tulln. Diese werden im Amt der NÖ Landesregierung von einer Geschäftsstelle geführt. 2003 übernimmt das Land Niederösterreich auch das Krankenhaus Baden in seine Rechtsträgerschaft. 2004 wird die NÖ Landeskliniken-Holding als dritter Bereich des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds NÖGUS eingerichtet. Damals ist bereits klar, dass viele weitere Häuser in die Trägerschaft des Landes wollen. Denn die Holding garantiert, die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten; gleichzeitig eröffnet sich durch sie die Möglichkeit, durch Zusammenarbeit als großes Ganzes Synergien zu nutzen. So lassen sich beispielsweise beim Einkauf durch die wesentlich größeren Mengen für 27 Standorte wesentlich günstigere Preise erzielen und Millionenbeträge einsparen. Andererseits können die Krankenhäuser im Holding-Verbund auch in der Versorgung zusammenarbeiten und so gemeinsam Strukturen wie zum Beispiel spezialisierte Laboreinrichtungen nutzen – auch das hilft sparen. 2005 übernimmt das Land die Krankenhäuser Waidhofen/Thaya, Mistelbach-Gänserndorf, Hollabrunn, Amstetten, Hainburg, Gmünd, Lilienfeld und mit St. Pölten das größte Klinikum des Landes. Schließlich beschließt der NÖ Landtag am 1. September 2005 das Gesetz über die Errichtung der NÖ Landeskliniken-Holding in Form eines Fonds mit eigener Rechtspersönlichkeit. 2006 kommen sieben weitere Häuser unter ihr Dach: die Krankenhäuser Krems, Melk, Waidhofen/Ybbs, Scheibbs und Zwettl sowie der Krankenanstalten-verband Waldviertel mit Horn und Allentsteig. 2007 übernimmt die NÖ Landeskliniken-Holding den Krankenanstaltenverbund Korneuburg-Stockerau. Mit 1. Jänner 2008 wechseln die letzten drei Krankenhäuser in Niederösterreich zur NÖ Landeskliniken-Holding: Klosterneuburg, Neunkirchen und Wiener Neustadt. Damit ist die NÖ Landeskliniken-Holding mit 27 Standorten, verteilt auf fünf Versorgungsregionen, komplett.

Zwei Schwelbrände in den Dehnungsfugen im Jahr 2005 führten zu 456 intensiven Einsatzstunden der Betriebsfeuerwehr.



Mit den Kliniken Klosterneuburg, Neunkirchen und Wiener Neustadt gehören ab dem Jahreswechsel 27 Klinikstandorte zur NÖ Landeskliniken-Holding. Den Vertrag dazu unterzeichneten (v.l.) LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka, Bürgermeister Bernhard Müller (Wiener Neustadt), Bürgermeisterin Margit Gutterding (Neunkirchen), Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Bürgermeister Dr. Gottfried Schuh (Klosterneuburg).


Bundespräsident Dr. Heinz Fischer besucht das Krankenhaus 2007.

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Das Krankenhaus, fotografiert um 2000, davor das Schulgebäude