Wichtige Anlaufstelle

In allen Landeskliniken gibt es seit 2007 Ombudsleute als erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten, die mit ihrer Versorgung oder Behandlung im Klinikum nicht zufrieden sind. Meist geht es um Kommunikationsmängel zwischen Patienten und den behandelnden Ärzten und Pflegekräften. Vieles lässt sich schnell und unbürokratisch klären. Die Ombudsleute arbeiten eng mit der Patientenanwaltschaft des Landes NÖ zusammen. Diese wichtige Partnerschaft entstand aus dem "Netzwerk Ombudsstellen" und ist ein nicht mehr wegzudenkender Beitrag für die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen.

Die Ombudsleute verwalten sämtliche Beschwerde-Daten in einer speziellen Datenbank, die wie die Ergebnisse der Patientenbefragung für die ständige Weiterentwicklung genutzt werden. Gerade die Zusammenarbeit zwischen den Ombudsleuten aus den Kliniken mit der Patientenanwaltschaft ist ein gutes Beispiel für das Bestreben, die Versorgungsqualität in den NÖ Landeskliniken konsequent und langfristig zu verbessern. So wurden und werden die Beschwerden direkt in den Landeskliniken entgegengenommen und die Ombudsleute können durch gezielte Gespräche, Geduld und Einfühlungsvermögen viele Probleme aus der Welt schaffen. Handelt es sich aber um Fälle, bei denen sich Patienten medizinisch falsch behandelt fühlen, übernimmt die NÖ Patientenanwaltschaft als weisungsfreie Stelle den Fall. Und sie wiederum trifft in regelmäßigen Terminen mit den Medizin-Experten in der Zentrale der NÖ Landeskliniken-Holding zusammen und bespricht mit ihnen jene Fälle, bei denen es sich um strukturelle Probleme in den Kliniken handeln könnte.

Patienten-Ombudsfrau

In Wiener Neustadt hatte Ginny Weber diese Funktion schon vor dem Wechsel des Hauses unter das Dach der Holding inne. Die Expertin aus dem Qualitätsmanagement erinnert sich im Interview mit Gesund&Leben noch genau an ihren ersten Fall. Es ging um einen älteren Herren auf der Internen Station, bei dem es den Verdacht auf einen bösartigen Tumor gab. Seine Frau, körperlich behindert und deshalb zusätzlich belastet, hat ewig auf einen Befund gewartet. Nach vier Wochen war dieser noch immer nirgends zu finden und sie war vom ewigen Herumtelefonieren, Bangen und Hoffen schon ganz fertig. Ginny Weber: "Als sie zu mir kam, habe ich sie an der Hand genommen und wir sind in die Ambulanz gegangen. Dort habe ich nachgefragt – und plötzlich ist der Befund aufgetaucht, in zehn Minuten war das erledigt." Diese Kooperation zwischen Ombudsleuten, der Patientenanwaltschaft und der Holding-Zentrale ist einer der Bausteine für die Qualitätsarbeit in Sachen medizinischer und pflegerischer Versorgungsqualität. Denn Qualität ist ein Kernthema für die NÖ Landeskliniken-Holding, deren Ziel es ist, in allen NÖ Kliniken auf dem Stand des Wissens zu arbeiten, sodass es völlig egal ist, in welchem der Kliniken man zur Entbindung oder zur Blinddarm-OP aufgenommen wird.

Sichere Versorgung auf hohem Niveau

Wie groß und vielfältig dieses Thema ist und wie sehr die NÖ Landeskliniken-Holding in die Sicherung der medizinischen Arbeit in den einzelnen Kliniken involviert ist und sie offensiv gemeinsam mit den Medizinerinnen und Medizinern mitgestaltet, erklärt der Medizinische Geschäftsführer, der Anästhesist Dr. Robert Griessner, in Gesund&Leben 04/2009: "Wir versuchen auf allen Ebenen eine optimale Versorgung zu gewährleisten, und das auf hohem Niveau. Jüngstes Beispiel ist, dass wir in allen 27 Kliniken Risikomanagementsysteme einführen werden. Wir schauen darauf, dass die Ärzteschaft optimal aus- und weitergebildet ist, die Turnusärzte ebenso wie unsere Fachärzte. Wir erarbeiten fixe Richtlinien für bestimmte Behandlungen – die sogenannten Behandlungspfade. Wir erarbeiten Qualitätsstandards nach dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens und können auf dieser Grundlage Therapiestandards festsetzen und diese laufend verbessern. Und wir schauen uns genau an, wie viele Komplikationen es beispielsweise nach Operationen gibt oder wie viele Patienten Folgeoperationen brauchen oder wiederaufgenommen werden müssen – da gibt es ganz konkrete Zahlen, sogenannte Benchmarks, die man international vergleichen kann. Wenn die Zahlen nicht stimmen, untersuchen wir das und schauen uns alles genau an. Wir achten auch darauf, wie häufig bestimmte Eingriffe in den einzelnen Häusern gemacht werden und ob die Ärzte damit genug Übung haben."

Diese Benchmarks, von denen Griessner im Interview spricht, entwickelte die NÖ Landeskliniken-Holding gemeinsam mit Krankenhäusern in Deutschland und der Schweiz und schließlich in der Initiative Qualitätsmedizin (www.initiative-qualitaetsmedizin.de) weiter zu den Qualitätsindikatoren A-IQI, die später für ganz Österreich übernommen wurden und für alle Krankenhausbetreiber gültig sind. Dazu kommen heute die sogenannten Peer Review Verfahren, Untersuchungen auf Ebene der Abteilungsleiter, die bei auffälligen Zahlen bei den Benchmarks gemeinsam einzelne Krankengeschichten analysieren. Gerade Wiener Neustadt hat sehr engagierte Primarärzte, die als Peers mitarbeiten. Doch zurück zu den Anfangsjahren des Landesklinikums.

Wiener Neustadts Impulse für die Holding

Kommen einerseits zahlreiche Arbeitsaufträge, Ideen und Impulse aus der Holding-Zentrale und aus Pilotprojekt-Kliniken in die Region und in das Landesklinikum, hat andererseits auch Wiener Neustadt selbst viel beizutragen zur Entwicklung der NÖ Landeskliniken-Holding, der Thermenregion und der anderen Kliniken. Ein gutes Beispiel dafür ist PACS, das "Picture archiving communication system": Die komplette Digitalisierung der Radiologie im Landesklinikum und die dazugehörigen Geräte ermöglichen den Ärztinnen und Ärzten ganz neue Möglichkeiten in der Diagnostik und im Datenaustausch, erklärte der Ärztliche Direktor Prim. Univ.-Doz. Dr. Paul Christian Hajek 2008 im Interview: "Mit Jahreswechsel können wir zwischen allen Kliniken der Region die Daten digital austauschen, und zwar in einem sicheren System, sicherer als das Internet. Bei einem heiklen Fall können wir so ganz schnell eine zweite Meinung einholen, auch wenn der Experte in einem weit entfernten Klinikum sitzt. Das ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft."

Schon damals waren im Landesklinikum Wiener Neustadt – als einer der ersten Landeskliniken – alle Geräte an ein modernes Computernetz angeschlossen, sämtliche Ergebnisse werden in digitalen Bildern angezeigt. Das ermöglicht eine präzisere Diagnostik, weil diese Bilder wesentlich aussagekräftiger sind als die alten Röntgen-Filme, viel klarer. 2010 wurden schließlich alle relevanten Daten in einem hausinternen digitalen Ablagesystem gespeichert und können bei Bedarf in Sekundenschnelle auf den Bildschirm geholt werden.

Beim Tag der offenen Tür 2011 unter dem Motto "Tag der Freiwilligen": OBI Robert Fuchs und BM Manfred Schopf von der Betriebsfeuerwehr zeigen den jungen Besuchern, wie man den Löschschlauch richtig hält.

Ginny Weber, MAS, ist Patientenombudsfrau und zuständig fürs Beschwerde-management – sie macht das laut Niederösterreichs Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger beispielgebend.


In Gesund&Leben werden in jeder Ausgabe die Vorträge im Landesklinikum Wiener Neustadt angekündigt.


Europäische Auszeichnung für Ärzteausbildung: Die Abteilung für Urologie im Landesklinikum Wiener Neustadt ist die größte in Niederösterreich. Seit jeher spielt die Ausbildung von Assistenzärzten eine wichtige Rolle. Nun wurde die hohe Qualität der Ausbildung durch die E.B.U (European Board of Urology) bestätigt und die Abteilung zum Trainingszentrum ernannt. In ganz Österreich haben bisher nur sieben Abteilungen dieses Zertifikat erhalten. Um die medizinische Ausbildung auf höchstem Niveau zu gewährleisten, ist eine Topausstattung mit medizinischen Geräten genauso Voraussetzung wie die hohe Frequenz an Operationen. Besonders stolz ist Primar Univ.-Doz. Dr. Johann Hofbauer, "dass wir das Zertifikat für die maximal mögliche Zeit von fünf Jahren erhalten haben – mit nahezu höchster Punktezahl. Dafür muss alles rundherum stimmen." Das erfolgreiche Team: (v.l.) Primar Univ.-Doz. Dr. Johann Hofbauer, Ass. Dr. Martin Haydter, Ass. Dr. Christian Hasenzagel und Ass. Dr. Anton Stangelberger

1. Jänner 2008
Das Landesklinikum Wiener Neustadt ist Teil der NÖ Landeskliniken-Holding

1. März 2008
Erster Tag der offenen Tür als Landesklinikum

22. Oktober 2008
Pressekonferenz Ankündigung Neubau

28. Jänner 2009
1. Neujahrsempfang des LK Wiener Neustadt

Oktober 2009
Eröffnung Augen-Tagesklinik